Ambulante Anästhesie in Freiburg

Warum eine EEG-Messung während der Narkose-Einleitung Sinn macht

Die EEG-Messung während der Narkose gibt es bereits seit mehr als 10 Jahren, aber erst in jüngster Zeit gibt es tatsächlich qualitativ so gute Monitore, dass eine kontinuierliche Messung Sinn macht. Einer der aktuell erhältlichen Monitore wird von uns in der Routine genutzt, es ist der Fresenius Conox Monitor. In diesem kurzen Text zeige ich exemplarisch, wie die gemessenen EEG-Signale direkt auf das Vorgehen während der Narkose-Einleitung Einfluss nehmen und wie durch die EEG-Messung bei einer Maskeneinleitung die Narkosequalität verbessert werden kann.

EEG-Messung während der Narkose-Einleitung

Die EEG-Messung während der Maskeneinleitung zeigt, dass wir vieles mit kleinen Handgriffen verbessern können. Im hier gezeigten Foto erkennen Sie den Bildschirm des Conox Monitors während einer Maskeneinleitung. Die Eeg-Messung wurde begonnen, nachdem das Kind eingeschlafen ist (Zeitmarke 00:01):

Die weisse Linie ist hier der relevante qCon-Parameter.

Es ist zu erkennen, dass das Kind nach dem Einschlafen durch Sevofluran-Inhalation einen Wert von 60 bis 70 aufweist (bei 00:01). Das Legen des i.v.-Zugangs ist nun problemlos möglich. Nach dem Legen des I.-v.-Zugangs (etwa bei 00:03) wird in diesem Fall 30 mg Propofol gespritzt. Der qCon "schmiert" dadurch sofort ab und es kommt kurzzeitig zu einem Isoelektrischen EEG sowie Burst Supression (rote Linie, von ca. 00:03 bis 00:06). Dies währt jedoch nurz kurz (ca 3 Minuten) an, dann verwindet die Burst Suppression wieder, die qCon-Werte kehren zu Werten von 45-65 zurück und verbleiben in diesem Bereich. Ab 00:11 ist die Einleitung abgeschlossen, das Kind ist intubiert und die OP kann beginnen.

Welche Maßnahmen haben wir EEG-gesteuert durchgeführt?

  • Reduktion der Sevofluran-Dosis nach dem Einschlafen. Sobald das Kind schläft, reduzierten wir den Einstellung am Verdampfer von 8% auf 3-4%. Dies reicht aus, um den i.v.-Zugang legen zu können und verhindert aber eine unnötige Narkosetiefe. Der qCON verbleibt entsprechend stabil bei 60-70.
  • Reduzierte Propofol-Gabe: Es reicht Erfahrungsgemäß, nach etablieren des I.-v-Zugangs eine Propofol-Dosis von 1mg/kg KG zu spritzen. In dem hier gezeigten Beispiel lag die Dosis bei etwa 2mg/kg - eine kurzzeitig "zu tiefe" Narkose war die Folge mit dem Abfall des qCON und dem Auftreten von Burst-Suppression
  • Schnelles Auswaschen des Sevoflurans. Vergleichbar mit den Landeklappe an einem Jumbo-Jet kurz nach dem Aufsetzen treten wir auch bei der Narkose-Einleitung "voll auf die Bremse" und waschen das Sevofluran mit einem sehr hohen Frischgasfluss aus, sobald der I.-v.-Zugang etabliert ist. Der Frischgasfluss "Luft" sollte >5 Liter sein und solange belassen werden, bis das endtidale Sevofluran <0,5 MAC ist.

Wenn man die drei oben genannten Maßnahmen NICHT durchführt, hat das mehrere Effekte:

  • Die Narkose wird bereits während der Maskeneinleitung unnötig tief mit einer unötig hohen Sevofluran-Dosis
  • Die EInleitungsdosis Propofol ist zu hoch und führt zu langanhaltender unnötiger Narkosetiefe mit Isoelektrischem EEG und Burst Suppression
  • Die Kombination aus TIVA und Rest-Sevofluran im System führt zu lang anhaltender unnötiger Narkosetiefe
  • Die Wahrscheinlichkeit eines post-operativen Delirs steigt! Auch wenn es bei Kindern aktuell keine Korrelation zwischen Burst-Suppression/Isoelektrsichen EEG und Delir gibt, entscheidet die Gesamtdosis des verwendeten Sevoflurans über die Häufigkeit eines Delirs. Der Area-Under-Curve der endtidalen Sevorfluran-Konzentration ist hier der entscheidende Parameter und kann durch die o.g. Maßnahmen deutlich beeinflusst werden.

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