OP trotz Erkältung

Grundsätzlich sollte man vor einer Operation natürlich möglichst gesund sein. Ob eine OP trotz Erkältung durchgeführt werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab, im wesentlichen enscheidend ist aber:
- Die Dringlichkeit der OP
- die Schwere der Erkältung
Eine ungeplante OP, die wegen z.b. wegen Gallensteinen oder einer Blinddarmentzündung durchgeführt werden muss, würde man natürlich wegen einer Erkältung nicht verschieben. Auch wenn eine OP oder Narkose bei einer Erkältung ein erhöhtes Risiko haben kann, wiegt in diesen Fällen das Risiko der zu behandelnden Erkrankung oder Verletzung schwerer.
Anders ist die Situation, wenn die Operation nicht dringlich ist und problemlos um einige Tage oder Wochen verschoben werden kann. In diesem Fall sollte man die OP und die Narkose natürlich nur dann durchführen, wenn nicht durch eine gerade bestehende Erkältung ein erhöhtes Risiko besteht. Letztendlich kommt es dann auf die Schwere der Erkältung an sowie den Verlauf. Die Beurteilung ist immer individuell und muss vom Operateur und dem Anästhesisten vorgenommen werden. Grundsätzlich kann man sich aber wie folgt orientieren:
- Fieber: Wenn Fieber besteht, sollte eine OP verschoben werden
- Husten mit Auswurf: Wenn schleimiger Husten besteht, sollte die OP verschoben werden
Als Faustregel kann man sich auch merken: Wenn man so krank ist, dass man sich krankmelden würde, dann sollte man eine OP verschieben. Oder im Falle eines Kindes: Wenn Sie Ihr Kind nicht in die Schule oder den Kindergarten schicken würden, sollte auch eine OP verschoben werden.
OP trotz Erkältung: Warten Sie 14 Tage ab
Wenn eine Erkältung mit Fieber und/oder schleimigem Husten besteht, sollten Sie auch danach noch 14 Tage auf eine Operation verzichten. In Studien konnte man ermitteln, dass eine schwer Erkältung auch nach dem Abheilen noch 14 Tage lang ein Risikofaktor ist für unerwünschte Ereignisse während der Anästhesie.